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Artenvielfalt sichern

Biodiversität und der Deutsche Wald

Totholz-, Trittsteinkonzepte, Schlüsselarten und mehr: Nachhaltige Forstwirtschaft trägt zur Biodiversität bei

Biodiversität ist eine der wichtigsten Grundlagen unseres Lebens und spielt eine entscheidende Rolle beim Erhalt stabiler Ökosysteme. Wälder sind dabei von besonderer Bedeutung. Sie bieten nicht nur Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten, sondern tragen auch zur Kohlenstoffspeicherung und Klimaregulation bei. Doch der Klimawandel, die Fragmentierung von Lebensräumen und das Verschwinden von Arten bedrohen die Biodiversität weltweit. In Deutschland bedecken Wälder etwa ein Drittel der Landesfläche. Wie die Forst- und Holzwirtschaft dazu beitragen kann, diese Fläche gesund zu erhalten und damit einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität zu leisten, haben wir hier zusammengetragen.

Holz

Das Wichtigste in Kürze

  • Biodiversität erhalten: Durch nachhaltige Forstwirtschaft werden artenreiche Mischwälder gefördert, die widerstandsfähig gegen den Klimawandel sind.
  • Totholzkonzepte: Totholz ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Waldökosystems und bietet Lebensraum für Insekten, Vögel und Pilze.
  • Schlüsselarten: Bestimmte Arten wie die Eiche spielen eine zentrale Rolle im Waldökosystem und fördern die Biodiversität.
  • Trittsteinkonzepte: Durch vernetzte Lebensräume können Arten wandern und sich genetisch austauschen, was zu stabileren Populationen führt.
  • Forstwirtschaft als Lichtbringer: Gezielte Holzernte schafft offene Waldstrukturen, die das Wachstum von lichtliebenden Pflanzen und Tieren fördern.
  • Artenvielfalt im Wald: Über 12.000 Tier- und Pflanzenarten sind auf den Wald als Lebensraum angewiesen.

Biodiversität im Wald: Bedrohungen und Potenziale

Der Erhalt der Artenvielfalt in den Wäldern steht vor großen Herausforderungen: Die Folgen des Klimawandels, wie Extremwetterlagen und Schädlingsbefall machen ihnen zunehmend zu schaffen. Häufig sind gerade ältere Bäume betroffen, die einen wichtigen Lebensraum für viele Tiere darstellen – eine Gefahr für die Artenvielfalt.

Doch es gibt Lösungen, um jetzt und in Zukunft besser auf die Veränderungen reagieren zu können. So wird die Biodiversität etwa durch gezielte Maßnahmen zur Förderung von Mischwäldern und die Integration von Totholz gestärkt. Denn: Der Wandel hin zu klimaresilienten Mischwäldern ist ein Schlüssel, um die Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen. Noch mehr über die aktuelle Lage des Waldes in Deutschland erfahrt Ihr in unserem Artikel „Status quo deutscher Wald: Wie steht es um ihn?“

Vögel und Insekten: Indikatoren der Biodiversität

Der Zustand und das Vorkommen von Vögeln und Insekten sind wichtige Indikatoren für den Zustand der Biodiversität in Wäldern. Ihre Bestände geben Aufschluss über die Gesundheit des Ökosystems. Sinkt das Vorkommen bestimmter Arten oder steigt der Bestand rasant an, heißt es: Augen auf. Viele Vogelarten, wie etwa der Schwarzspecht, sind auf intakte Waldflächen angewiesen, während Insekten wie der Hirschkäfer Totholz als Lebensraum benötigen.

Der dramatische Rückgang der Insektenpopulationen ist besonders besorgniserregend. Insekten sind nicht nur Bestäuber, sondern auch eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel und andere Tiere. Die Forst- und Holzwirtschaft trägt durch die Schaffung von Lichtungen und dem Belassen von Totholz dazu bei, diese wichtigen Lebensräume zu bewahren. Die Indikatoren der großen Untersuchungen für Biodiversität zeigen seit Jahren, dass die Populationen von Waldvögeln nicht abnehmen, der Langzeittrend sogar klar nach oben zeigt.

Totholzkonzepte: Ein unverzichtbarer Lebensraum

Totholz ist für die Biodiversität im Wald von zentraler Bedeutung. Schließlich bietet es nicht nur Lebensraum für Insekten, Pilze und Vögel, sondern trägt auch – was viele nicht wissen –zur Nährstoffversorgung des Waldbodens bei. Aber wie funktioniert das genau? Im Prinzip ist es ganz einfach: Pilze zersetzen das Holz und machen Nährstoffe für die nächste Generation von Bäumen verfügbar.

Als Lebensraum bietet Totholz zahlreichen Insekten außerdem optimale Bedingungen zur Fortpflanzung. Auch einige Vogelarten nutzen abgestorbene Bäume, um ihre Nester zu bauen. Die Forstwirtschaft trägt durch die gezielte Integration von Totholz in die Waldnutzung aktiv zum Erhalt dieser Arten bei. In Deutschland hat sich in den letzten Jahren der Anteil von Totholz im Wald erhöht, was sich bereits positiv auf die Artenvielfalt auswirkt. Gleichzeitig muss man aufpassen, dass zu viel Totholz nicht zur Gefahr bei Waldbränden wird.

Schlüsselarten und ihre Bedeutung für den Wald

Bestimmte Baumarten spielen eine besonders wichtige Rolle für einen gesunden Wald, da sie zahlreichen anderen Arten Lebensraum bieten. Man bezeichnet diese Arten als sogenannte Schlüsselarten, da sie zentral zum Erhalt eines Ökosystems sind. Eine dieser Schlüsselarten ist die Eiche. Eichenwälder bieten Nahrung und Unterschlupf für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen. Damit versteht sich von selbst: Durch den Anbau von Eichen und anderen klimastabilen Baumarten wird die Artenvielfalt gefördert. Ein Grundbaustein für zukunftsfähige und resiliente Wälder.

Trittsteinkonzepte: Lebensräume vernetzen

Ein weiteres wichtiges Konzept für den Erhalt der Biodiversität sind die sogenannten Trittsteinkonzepte. Hierbei geht es darum, isolierte Lebensräume miteinander zu vernetzen, damit sich Tierarten ungehindert bewegen und genetisch austauschen können. Dies ist besonders wichtig für Arten wie den Luchs, die große Territorien benötigen​. Die Forstbetriebe können solche Konzepte durch die Schaffung von Offenflächen und die gezielte Vernetzung von Waldgebieten unterstützen. Dies fördert nicht nur die Artenvielfalt, sondern trägt auch zur Stabilität der Tierpopulationen bei. Einige wenige Arten profitieren auch von Waldflächen ohne menschliche Eingriffe – auch für sie findet sich Platz in Deutschland. Nach den Ergebnissen der Vierten Bundeswaldinventur wird auf mindestens 6 % der Waldfläche in Deutschland dauerhaft kein Holz mehr geerntet.

Forstwirtschaft fördert lichtliebende Arten

Nachhaltige Forstwirtschaft schafft nicht nur artenreiche Mischwälder, sondern fördert auch den Erhalt lichtliebender Arten, indem gezielt Bäume gefällt werden, um Licht in den Wald zu lassen. Dies hat positive Auswirkungen auf Pflanzen und Tiere, die auf lichte, offene Flächen angewiesen sind. Ein Beispiel von vielen sind die Waldameisen, die im Wald viele wichtige Ökofunktionen erfüllen​.

Über 12.000 Arten sind bedroht

Wälder sind einer der artenreichsten Lebensräume in Deutschland. Über 12.000 Tier- und Pflanzenarten leben ausschließlich im Wald, darunter viele seltene Arten wie der Schwarzspecht oder die Gelbbauchunke​. Diese Arten sind auf Waldökosysteme angewiesen, die durch den Klimawandel gefährdet sind.

Die nachhaltige Waldbewirtschaftung hat auch zum Ziel, diese Arten zu schützen und ihren Lebensraum zu bewahren.

Verhalten im Wald: Gemeinsam die Biodiversität schützen

Nicht nur die Forstwirtschaft, auch das Verhalten von uns Menschen im Wald spielt eine wichtige Rolle beim Schutz der Biodiversität. Ob Spaziergänger oder Waldbesitzer, jeder Akteur im Wald sollte sich bewusst sein, dass der Wald ein sensibles Ökosystem ist. Das Einhalten von Wegen, das Vermeiden von Müll und der Respekt vor der Natur tragen dazu bei, die Artenvielfalt zu erhalten. Die Forst- und Holzwirtschaft setzen auf Aufklärung von Waldbesuchern, um sicherzustellen, dass der Wald verantwortungsvoll genutzt wird. Auch die Schulung von Forstarbeitern im Umgang mit dem Wald ist ein wichtiger Baustein, um die Biodiversität zu schützen. So müssen beispielsweise alle Bäume, die gefällt werden sollen, vom Förster vorher standardmäßig auf Spechthöhlen kontrolliert werden, damit die Vögel nicht gefährdet werden.

Eine Aufgabe für die Zukunft: Klimawandel vs. Biodiversität

Die größte Herausforderung für die Wälder in Deutschland ist und bleibt der Klimawandel. Er hat in den letzten Jahren zu vermehrten Dürreperioden, Stürmen und Schädlingsbefall geführt. Dies hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Biodiversität, da viele Arten sich nur schwer an die veränderten Bedingungen anpassen können​.

Ein Beispiel für diese Bedrohung ist der Borkenkäfer, dessen Populationsgröße durch die Erwärmung der Winter stark angestiegen ist. Dieser Schädling zerstört vor allem Fichtenwälder, die besonders anfällig für Trockenheit sind. Die Forstwirtschaft hat bereits reagiert und setzt verstärkt auf Mischwälder und klimaresistente Baumarten wie Eiche und Douglasie, um den Wald widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen​.

Maßnahmen wie Totholzkonzepte, das Fördern von Schlüsselarten und die Umsetzung von Trittsteinkonzepten helfen zusätzlich, die Biodiversität zu stärken und den Wald an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen. Doch der Weg ist noch lang, und der Wald braucht weiterhin unsere volle Aufmerksamkeit und Pflege, um auch in Zukunft als Lebensraum für viele Arten zu bestehen.

FAQs: Biodiversität im deutschen Wald

Wie trägt die Holzindustrie zur Biodiversität bei?
Durch gezielte Maßnahmen wie die Schaffung lichter Waldflächen, den Erhalt von Habitatbäumen und die Integration von Totholz fördert die Holzindustrie die Artenvielfalt im Wald. Besonders Mischwälder bieten einen vielfältigen Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Welche Rolle spielt Totholz für die Biodiversität?
Totholz bietet Lebensraum für viele Insekten, Vögel, Pilze und Mikroorganismen. Es unterstützt den Nährstoffkreislauf und trägt zur Regeneration des Waldbodens bei, was wiederum das Wachstum neuer Pflanzen fördert.

Wie beeinflusst der Klimawandel die Biodiversität im Wald?
Der Klimawandel führt zu extremen Wetterbedingungen, Dürre und Stürmen, die Wälder schädigen und den Lebensraum vieler Arten gefährden. Nachhaltige Forstwirtschaft setzt auf klimaresistente Baumarten und die Förderung von Mischwäldern, um die Resilienz der Wälder zu stärken.

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